Millimeterarbeit am S-Bahnhof

Presse

An der Baustelle Birkenstein lässt die Deutsche Bahn AG für die Barrierefreiheit arbeiten

Am Wochenende war der S-Bahnhof Birkenstein komplett gesperrt. Für künftige Barrierefreiheit wurden Teile der Fußgängerbrücke abgerissen und neue mit Aufzugsschächten eingefügt. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt weiter von Süden.

Die Zahl der Interessierten am Einkaufskomplex neben dem Birkensteiner S-Bahnhof hält sich in Grenzen. Doch imemr wieder wird Manuel Lorenz von der Sicherungsgesellschaft trotz Veröffentlichung über verschiedene Medien ahnungslos befragt: Fährt heute keine S-Bahn? Gibt es Schienenersatzverkehr?
Der junge Mann in der gelben Signalweste antwortet freundlich, obgleich er am Sonnabend morgen von Autofahrern schon wenig Nettes hören musste. Dabei dauert es gar nicht lange, bis sich ein Schwerlaster auf der Zufahrt neben dem Gleis so einrangiert hat, dass der große Kran die in Dessau vorgefertigten Brückenteile später emporheben und passgenau einschwenken kann. Fünf Minuten Wartezeit für Autofahrer am Bahnübergang sollten da erträglich sein.
Auf der Baustelle geht es von Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, durchgehend zur Sache. Es sei keineswegs einfach, eine solche Sperrpause behördlich zu erwirken, erklärt GIGA-Bauüberwacher Matthias Schröder längere Wartezeiten im Bauablauf. Denn schon im Sommer hatten die Arbeiten zur barrierefreien Ertüchtigung des S-Bahnhofs Birkenstein begonnen - Bestandteil des Investitionsprogramm des Bundes (IBP).
Nun aber hat die S-Bahn zwischen Mahlsdorf und Strausberg 54 Stunden Pause, der Schienenersatzverkehr rollt und es muss klappen, wie am Schnürchen.
Freitagnacht sind der alte Treppenaufgang und Teile der alten Fußgängerbrücke abgebaut worden. Vor wenigen Stunden wurden die Stützen für die neuen Teile vom Zwischenlager im Gewerbegebiet zur Baustelle geschafft, aufgebaut und stabilisiert. Gegen Mittag schwebt das Podest ein, in das später der Treppenaufgang und Sonntag der Fahrstuhlschacht eingefügt werden. So wie auf der anderen Seite des S-Bahnhofs. Danach folgt das noch fehlende Zwischenstück.
Passgenauigkeit ist dabei A und O, betont Thomas Viertel, Bauleiter des DB-Hauptauftragnehmers BUG Verkehrsbau AG. Es geht um Toleranzen im Millimeterbereich - und das bei einer Segmentlänge von bis zu 22 Metern! "Deshalb haben wir auch ständig einen Vermesser vor Ort", ergänzt Bauüberwacher Schröder. Als die Kollegen von BUG mit dem Verschrauben an einer Ecke beginnen, kann kaum eine Tasse Kaffee kalt werden, so zügig können sie das Podest verankern. Alles scheint gestimmt zu haben.
Möglichst vor Weihnachten soll der Zugang von beiden Seiten des Bahnhofs möglich sein, nennen Viertel und Schröder als Ziel für die Arbeiten zum Teilneubau der Fußgängerbrücke Birkenstein. Auf der Nordseite muss der Zugang zudem asphaltiert werden. Dann sollten Zeiten, in denen Fahrgäste im Rollstuhl oder Mütter mit Kinderwagen per Klingel das Fahrpersonal zu Hilfe ordern mussten, der Vergangenheit an. Vorerst noch geht es aber nur vom Gewerbegebiet her auf den Bahnsteig.

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