Zum Erstauftritt gleich Bewerber da

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Hennickendorf (MOZ) Die Parkplätze im Umfeld der Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Frankfurt reichten am Sonnabend kaum. Der Rüdersdorfer Berufsinformationstag zog erneut hunderte Eltern mit ausbildungswilligen Kindern nach Hennickendorf. 60 Unternehmen stellten sich dort vor.

Eine ganze Reihe junger Leute kam am Sonnabend bereits vor den Ausbildungsmesse-Hallen ins Stocken. Der Zweiwegebagger der BUG Verkehrsbau AG stellte erneut ein Zugpferd für jene dar, die sich als Baugeräteführer gern mal ausprobieren wollen.

Er habe seinen Sohn zunächst nur wegen dieser Möglichkeit zum gemeinsamen Besuch bewegen können, erklärte Marcel Nickl. Selbst mit seinem Unternehmen im Tiefbau tätig, durfte der Sprössling den Vater immer wieder einmal auf Baustellen begleiten, hat offenbar Feuer gefangen. "Er macht das super", bestätigte Baumaschinenmeister Jürgen Frenzel denn auch dem 13-jährigen Henry, der konzentriert auf dem Bock agierte.

"Wir sind mittlerweile fast 500 Leute im Unternehmen", berichtete BUG-Pressesprecher Sebastian Fritsche dort, wo Henry Nickl später seinen "Führerschein" ausgestellt bekam. Jenen habe man im Vorjahr "erfunden", quasi als Notizzettel. Schließlich könnten 16 Ausbildungsplätze vergeben werden.

Solche hat auch die Fels-Werke GmbH vor der Haustür, im Kalkwerk Rüdersdorf. Aber er habe das Gefühl, keiner möchte sich mehr die Hände schmutzig machen, ist die Erfahrung von Hieronymus Henning. Der junge Mann aus Schönfelde kam vor zehn Jahren über seinen Bruder zum Beruf Industriemechaniker und hat die Wahl nicht bereut. Wenn etwas kaputt sei in den modernen Anlagen des Kalkwerks, "dann werden wir gerufen", sagt er und gerät ins Schwärmen darüber, wie vielfältig der veredelte Kalk eingesetzt werden kann. Auch der Rüdersdorfer Dennis Sahr, der sich im zweiten Lehrjahr befindet, ist froh über seine Entscheidung, vor der Haustür zu lernen.

"60 Unternehmen haben wir diesmal vor Ort, mehr noch als im Vorjahr", zeigte sich seitens der gastgebenden Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Leiter Roland Moritz erfreut. Bei 70 dürfte aber die Kapazitätsgrenze erreicht sein, vermutete er. Wenn sich indes regionale Firmen wie Erocontur aus Müncheberg das erste Mal und dann gleich erfolgreich in Hennickendorf beteiligten, dann scheine das Konzept zusammen mit der Gemeinde zu stimmen.

"Zwei haben gleich ihre Bewerbungsmappe abgegeben und weitere vier junge Leute waren sehr interessiert", bestätigten die beiden Geschäftsführer Jens Fessel und Hans-Jürgen Pilz. Das habe die Fahrt nach Hennickendorf bereits gelohnt, resümierten sie, die jährlich zwei Auszubildende aufnehmen, die in die hochmoderne Bearbeitung für den Werkzeugbau einsteigen möchten.

Keinen Mangel an Informationshungrigen gab es an den Ständen von Bundes- und Landespolizei, wo in den nächsten Jahren bundesweit bis zu 3000 Arbeitsstellen geschaffen werden sollen. Bis aus der Schwedter Region hatte die morgendliche Radiowerbung daher auch spontan Talisa Bandelmann mit ihrem Opa hergeführt. Schon das Eignungswahlverfahren mit theoretischem, aber auch sportlichem Teil und Mindestnormen waren da für viele interessant.

Die Gymnasiastin Nele Oppelt, die mit Mutter und Freundin aus Müncheberg gekommen war, hatte hingegen die Viadrina auf die Beine gebracht. Es wäre schön, wenn auch eher ländliche Studiengänge hier vorgestellt werden könnten, meinte Mutter Bianca Oppelt. Das fehle aus ihrer Sicht. Doch noch hat die Schülerin des Bernhardinums zwei Jahre Zeit und den Rüdersdorfer BIT wird es wieder geben.

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